Pflanze-Bild von Miguel Á. Padriñán auf Pixabay

Gomukhasana, gomukhāsana – das Kuhgesicht

Damit du den Ausdruck jeder einzelnen Stellung mit einigen Gedanken auf dich wirken lassen kannst, findest du hier in der Rubrik Asana-Zitate jedes Foto einzeln aufgeführt, zusammen mit einem kurzen Text. Die Texte widmen sich verschiedenen Aspekten zum tieferen Sinn des Yoga-Übens. Wer sich für das Erlernen dieser schönen Positionen interessiert, sollte sich an einen kompetenten Yogalehrer wenden, um Fehler in der Praxis zu vermeiden!

gomukhāsana

Gomukhasana-yoga-awakening-africa

Sorgloses Gesicht – Kuhgesicht –  mit ruhiger Zentrierung im Ausdruck bei gleichzeitig wohl abgestimmter Positionierung der Glieder.

Bei dieser unbekannten Schönheit besticht die Position gomukhāsana durch ihre harmonische Ausführung in der Anordnung von Armen und Beinen und der sympathischen Aufrichtung im Rumpf und Haupt. In der griechischen Philosophie kannte man dafür den Begriff der Metrik als die Ordnung, die das Schöne charakterisiert.

Aristoteles über die Schönheit:

Die Hauptarten des Schönen sind Ordnung¹, Symmetrie und Bestimmtheit, und dies eben nachzuweisen, ist der Hauptzweck der Mathematik.²

Die Schönheit besteht in Größe und Ordnung; darum kann weder ein ganz kleines Lebewesen schön sein – die Anschauung hört nämlich auf, wenn sie einer (nicht mehr) wahrnehmbaren Zeit nahe kommt – , noch ein ganz großes, denn da vollzieht sich die Anschauung nicht auf einmal, sondern das Eine und Ganze entweicht dem Anschauenden aus der Anschauung, etwa dann, wenn ein Lebewesen zehntausend Stadien groß wäre. Infolgedessen muß, wie die Körper- und Lebewesen eine bestimmte Größe haben müssen und diese übersichtlich sein soll, auch der Mythos (d. h. die Fabel einer erzählenden Darstellung) eine bestimmte Länge haben: sie muß erinnerlich bleiben können.³

 

Quellen und Anmerkungen:

(1) Der Duden verweist bei der Herkunft des griechischen Wortes metrikḗ auf das Synonym téchnē, das Ordnung bedeutet. Unter Metrik versteht man demnach die Ordnung, wie sie sich in den Versmaßen der Poetik und den Längen und Kürzen der Noten in der Musik zeigt. Der Begriff Metrik kann aber auch im übertragenen und erweiterten Sinn auf alle wohlabgestimmten und harmonisch angeordneten Formen angewendet werden.

(2) Aristoteles, Metaphysik 1078 a 38

(3) Aristoteles, Poetik 1350 b 38

Die Sanskritbegriffe:

go = die Kuh

mukha = das Gesicht

āsana = das Sitzen

Bildnachweis (19-11-13):

Pflanze-Bild von Miguel Á. Padriñán auf Pixabay, gomukhāsana-Yoga Awakening Africa, URL https://yoganewsletters.wordpress.com/2013/10/28/gomukhasana-cow-face-pose/, 12.03.2019

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