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Swami Vishnudevananda und die Sivananda Yoga Vedanta Zentren

Eine kurze Präsentation der von Swami Vishnudevananda (1927 – 1993) begründeten Sivananda Yoga Vedanta Zentren.

1957 – Swami Vishnudevananda kommt in den Westen

Das Buch Yoga für alle Lebensstufen – in Bildern wurde 1983 erstmals in englischer Sprache veröffentlicht. Die deutsche überarbeitete Neuauflage aus dem Jahr 2008 ist mittlerweile vergriffen. Leider geht aus dem Buch auch nicht hervor, wer die darin mit Yoga-āsana abgebildeten Personen sind.

Eine Kurz-Biographie über Swami Vishnudevananda findest du auf der Seite www.dhyana.at. Dort sind auch die Buchrezensionen über das oben genannte Buch “Yoga” vom Sivananda Yoga Vedanta Zentrum und über die Bücher “Das große illustrierte Yogabuch” und “Meditation und Mantras” von Swami Vishnudevananda zu finden. So möchte ich hier an dieser Stelle kurz die Arbeit der Sivananda Yoga Vedanta Zentren vorstellen, die es auf der ganzen Welt verteilt gibt.

Das erste solche Zentrum wurde von Swami Vishnudevananda im Jahr 1959 in Montreal in Kanada gegründet. Vishnudevananda hatte 10 Jahre lang bei Swami Sivananda Saraswati gelebt, gelernt und gearbeitet. Im Jahr 1957 wurde er von diesem in den Westen geschickt. Interessant sind die Worte, die Sivananda dabei gesprochen hat:

Geh’, die Menschen warten. Viele Seelen aus dem Osten werden nun im Westen wiedergeboren. Geh’ und erwecke die in ihrer Erinnerung schlummernde Bewusstheit wieder zum Leben und führe sie zurück auf den Pfad des Yoga. (Buch “Yoga”, S. 7)

1959 – 1993 Die Entwicklung der Sivananda Yoga Vedanta Zentren

Die Aufgabe von Swami Vishnudevananda war es fortan, die überlieferten und traditionellen Inhalte aus dem Yoga für die Menschen im Westen zugänglich zu machen. Zwei ganz einfache Kernpunkte stellte er heraus. Diese sind auch heute noch auf der Webseite der Sivananda Yoga Vedanta Zentren als wesentliche Lehrinhalte zu finden. Das sind einmal die fünf Prinzipien der Praxis, Asana, Pranayama, Entspannung, Ernährung und Meditation. Lucy Lidell erklärt diese Prinzipien im Buch “Yoga” folgendermaßen (S. 21):

Richtige Entspannung: Spannungen in den Muskeln lösen sich und Ihr ganzer Körper kommt tur Ruhe. Sie erwachen wie nach einem guten Schlaf. Sie sind aktiver. Sie können Ihre Energie bewahren, Ängste und Sorgen abschütteln.

Richte Übungen: Yogastellungen oder Asanas wirken systematisch auf den ganzen Körper ein. Muskeln und Bänder werden gedehnt und gestreckt, ebenso gekräftigt; Wirbelsäule und Gelenke bleiben beweglich, der Kreislauf wird angeregt.

Gesunde Ernährung-Bild von Deborah Breen Whiting auf pixabay
Naturbelassene Lebensmittel sind gegenüber Tiefkühlkost, Fertigprodukten oder Konzentraten vorzuziehen.

Richtige Atmung: Sie sollen voll und rhythmisch atmen, die ganze Lunge, nicht nur einen Teil mit Luft füllen und so die Aufnahme von Sauerstoff erhöhen. Yoga-Atemübungen oder Pranayama lehren, den Körper neu aufzuladen und den Geist zu kontrollieren, indem sie den Fluss des Prana regulieren. Prana ist die Lebenskraft, die in den Chakras bewahrt wird.

Richtige Ernährung: ist aus natürlichen Lebensmitteln nahrhaft und ausgewogen zusammengestellt. Sie hält den Körper locker und geschmeidig, beruhigt den Geist und verleiht genügend Widerstandskraft gegen Krankheiten.

Positives Denken und Meditation: Die Meditation hilft Ihnen, negative Gedanken abzulegen, den Geist zu besänftigen, um schließlich alle Gedanken zu transzendieren.

1994 – heute: Yoga entsprechend individuellen Bedürfnissen

Des Weiteren lehrte Swami Vishnudevananda die Komplettheit der vier Yogapfade Karma Yoga, Bhakti Yoga, Jnana Yoga und Raja Yoga. Im Allgemeinen liegt heute der Schwerpunkt bei den meisten Yogarichtungen auf den Körperübungen des Hatha-Yoga. Diese stellen wiederum einen Teil des achtstufigen Raja-Yoga-Systems dar. Der Besucher eines Sivananda Yoga Vedanta Zentrums kann nun alle vier Yogapfade kennen lernen und schließlich einen persönlichen Schwerpunkt für die eigene Praxis setzen. Auf der oben zitierten Webseite des Zentrums von Montreal findet sich folgende Erklärung zu den vier Yogapfaden (Übertragung aus dem Englischen: Alina):

Karma Yoga – selbstloser Dienst, auch Yoga des Handelns genannt: Karma Yoga ist der Mittelpunkt der ganzen Sivananda Organisation. Einfach gesagt ist es derjenige Yogapfad, auf dem man einen Dienst leistet, ohne eine Gegenleistung dafür zu erwarten. Alle Pflichten werden mit dem Gefühl erledigt, dass man Gott dient, indem man der Menschheit dient. Es heißt, dass Karma Yoga das Ego reinigt. Der, der eine Handlung für andere leistet, wird zu einem Instrument in Gottes Händen, hört auf, sich mit der Tätigkeit zu identifizieren und vergisst darüber die eigenen Sorgen, Wünsche und Bedürfnisse.

Bhakti Yoga – Hingabe: Swami Sivananda sagte, dass Bhakti Yoga in der heutigen Zeit der einfachste und sicherste Weg der Gottverwirklichung sei. Über Gebet, Singen und Verehrung verwandelt man die eigenen Gefühle zu Hingabe, entwickelt eine unkonditionierte Liebe zu allen Wesen. Man sieht Gott in allen Wesen.

Meditation-Bild von pexels auf pixabay
Wer meditiert, muss den Rücken gut aufrichten können, um ganz wach zu sein.

Raja Yoga – Meditation: Das Ziel im Rāja-Yoga ist die Kontrolle des Bewusstseins, indem man es kennen lernt, studiert und versteht, wie es funktioniert. Rāja-Yoga beinhaltet eine Sammlung von Übungen mit dem Zweck, die verschiedenen Glieder des Menschseins, Körper, Geist und Lebensenergie (prāa) zu disziplinieren und zu kontrollieren. Anhand dieser speziellen Übungen entwickelt der Praktizierende Willenskraft und geistige Klarheit.

Jnana-Yoga – Wissen: Jñāna-Yoga ist die intellektuelle Annäherung an den Yoga. Durch die Praxis des Vedānta und ein tiefes philosophisches Forschen wird die Natur des Selbst untersucht. Dieser Pfad wird der schwierigste genannt. Der Aspirant braucht bestimmte Vorkenntnisse ebenso wie eine große Willensstärke und die Kraft, der Wahrheit ins Angesicht zu schauen.

Auf diesen inhaltlichen Säulen hat sich die Arbeit der Sivananda Yoga Vedanta Zentren bis heute weiter entwickelt. Es werden Yogakurse angeboten, Kurse in Meditation und Ayurveda, Angebote für Kinder und in bestimmten Zentren die einmonatige Yogalehrer-Ausbildung sowie Fortbildungsangebote für Yogalehrer. Die deutschsprachigen Zentren bieten stattdessen zweijährige Yogalehrer-Ausbildungskurse an, damit der Unterricht später von den Krankenkassen anerkannt werden kann.

Eine wichtige Einrichtung sind außerdem die Yoga Camps, wo Menschen ihre Ferien verbringen und dabei Yoga praktizieren und einen einfachen Lebensstil kennen lernen können. Diese Aufenthalte sind als Retreat, als Zeit des Rückzugs, konzipiert mit einem relativ strengen Rhythmus im Tagesablauf, was sich aber sehr regenerierend für den ganzen Menschen auswirkt.

Sivananda Yoga und die Yoga Online Ausstellung

Meiner Ansicht nach beinhaltet das Buch “Yoga”, das mittlerweile durch einige modernere Werke ersetzt wurde, besonders ästhetische Abbildungen von Yoga-āsana. Dies in Hinsicht auf die Kunst der Fotografie, als auch auf die präzise Formung des Körpers in den einzelnen Yoga-Stellungen. Eine charakteristische Anmut kommt in vielen der Bildern zum Ausdruck. Aus diesem Grund habe ich eine kleine Auswahl der Bilder mit in die Yoga Online Ausstellung aufgenommen.

Möchtest du noch mehr über Swami Vishnudevananda und die Sivananda Yoga Zentren erfahren?

Dann schaue dir die Buchrezensionen von Das große illustrierte Yogabuch und Meditation und Mantras an oder besuche die Webseiten der internationalen Zentren: https://sivanandacanada.org/montreal/, https://www.sivananda.at/, https://muenchen.sivananda.yoga/, https://berlin.sivananda.yoga/, https://wien.sivananda.yoga/

Im folgenden Video wird in englischer Sprache über das Leben von Swami Vishnudevananda berichtet:

SYVC # 258 In The Name of Peace Swami Vishnu-devananda: His Life.

https://www.youtube.com/watch?v=X82R1yE-3k0

 

Bildquellennachweis (19-03-20): Beitragsbild-wikipedia, Gesunde Ernährung-Bild von Deborah Breen Whiting auf pixabay, Meditation-Bild von pexels auf pixabay

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